Dienstleistungssektor: Branchenskizze, Zahlen, Trends

Der Dienstleistungssektor ist nicht nur unglaublich vielfältig, sondern auch wirtschaftlich enorm bedeutend. Als größter und am schnellsten wachsender Wirtschaftsbereich macht er „69 Prozent des BIP aus und schafft fast drei Viertel aller Arbeitsplätze“, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Doch so vielfältig die Branche auch ist, so undurchsichtig wird sie schnell. Welche genauen Bereiche zählen als Dienstleistungen? Oder vielmehr – welche nicht? Und was bedeutet Dienstleistung überhaupt?

Branchenskizze

Eine Dienstleistung im Sinne der Volkswirtschaftslehre ist ein ökonomisches Gut, bei dem im Unterschied zur Ware nicht die materielle Produktion oder der materielle Wert eines Endproduktes im Vordergrund steht, sondern eine von einer natürlichen oder juristischen Person zu einem Zeitpunkt oder in einem Zeitrahmen erbrachte Leistung zur Deckung eines Bedarfs. Die Person oder das Unternehmen, dass die Leistung erbringt, nennen wir allgemein Dienstleister*in. Auch unentgeltliche Dienstleistungen, die beispielsweise in Haushalten erbracht werden, zählen dazu. Als Teil des Bruttoinlandsprodukts ausgewiesen werden jedoch nur solche Dienstleistungen, die sich über Marktpreise bewerten lassen.

In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zählen zum Dienstleistungssektor die Wirtschaftsbereiche Handel, Gastgewerbe und Verkehr, Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister sowie öffentliche und private Dienstleister*innen.

Gut 80 Prozent aller Unternehmen in Deutschland lassen sich diesem Sektor zuordnen. Drei von vier Erwerbstätigen sind heute in der Dienstleistungswirtschaft beschäftigt. Weitere wichtige Zahlen haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst.

Zahlen und Fakten

Einer Statista-Erhebung zufolge waren

  • 45,3 Millionen Menschen 2019 in Deutschland erwerbstätig,
  • über 33 Millionen davon als Dienstleister*innen,
  • davon arbeiteten 5,7 Millionen Menschen im Bereich Handel/Instandhaltung/Kfz,
  • gefolgt von 5,6 Millionen Erwerbstätigen im Gesundheits- und Sozialwesen,
  • und 2,9 Millionen Tätigen im Bereich Öffentliche Verwaltung/Verteidigung/ Sozialversicherung,
  • das Schlusslicht bilden 590.000 Personen im Bereich Kunst/Unterhaltung/Erholung,
  • und 213.000 im Bereich Grundstück- und Wohnungswesen,
  • Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2019 im Dienstleistungssektor 147.502 unterschrieben,
  • wobei der durchschnittliche Bruttojahresverdienst bei Vollzeit-Arbeitnehmer*innen im Dienstleistungsbereich bei rund 48.800 Euro liegt,
  • der höchste Verdienst wird in der Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen erzielt, hier liegt das jährliche Einkommen bei über 77.600 Euro,
  • insgesamt wurden im Jahr 2019 im Dienstleistungssektor rund 45 Milliarden Arbeitsstunden geleistet.

Vernetzung von Industrie und Dienstleistung

Bei einer derart hohen Konzentration der verschiedenen Bereiche in der Dienstleistungswirtschaft ist Innovation alles. Der Industriestandort Deutschland ist ohne Dienstleistungen nicht mehr denkbar. Dabei sind Güterproduktion und Dienstleistungen immer stärker miteinander verzahnt.

Verlässt ein moderndes Industrieprodukt beispielsweise die Produktionsstätte, so gingen ihm unzählige Dienstleistungen voraus, die zu seiner Entstehung beigetragen haben – wie Logistik, Wartung, Softwareunterstützung uvm. Nach dem Verkauf kommen weitere Dienstleistungen hinzu, „Post-Produktions-Leistungen“, wenn man so will. Dazu zählen zum Beispiel Marketing, Finanzierung, Logistik und Reparatur.

Nicht zuletzt auch im Zuge einer Industrie 4.0 gilt es für Produktionsunternehmen, sich neu zu erfinden und umzudenken. Denn Dienstleistungen können auch wichtige Türöffner und Wegbegleiter für die Industrie auf fremden Märkten sein, zum Beispiel bei der Errichtung von Infrastruktur in Schwellenländern. Immer öfter werden abstrakte und innovative Lösungen in den Sektoren Planungs- oder Beratungsdienstleistung geschaffen. Erst in einem zweiten Schritt kommt es hier zu konkreten Aufträgen an die Industrie. Dienstleister*innen sitzen „an der Quelle“ – sie bilden die Schnittstelle und holen Industrieunternehmen so in den Markt.

Doch nicht nur in der Industrie 4.0 gilt es, sich neu aufzustellen. Dienstleistung 4.0 lautet das Stichwort, mit dem Sie sich auseinandersetzen müssen! Und eine Dienstleistung 4.0 gibt es nicht ohne Digitalisierung.

Digitalisierung im Dienstleistungsbereich

Grundsätzlich ist der Dienstleistungssektor zwar schon stärker digitalisiert als der Produktionssektor, allerdings hat auch die Unternehmensgröße Einfluss auf den Digitalisierungsgrad: Große Unternehmen nutzen die neuen Technologien in deutlich höherem Ausmaß als KMU.

Die Digitalisierung schreitet aber auch in produktionsfernen indirekten Bereichen der Branche voran: Das gilt für unternehmensbezogene Dienstleistungen ebenso wie für Handel, Banken, Versicherungen und Logistik. Sie wirkt auf vielfältige Art und Weise nicht nur auf die einzelnen Arbeitsplätze ein, sondern auch auf die Struktur der Wirtschaft, auf die gesamte Wertschöpfungskette und auf die Arbeitsorganisation.

Gerade in der Dienstleistungsbranche spielen Aspekte der Digitalisierung, wie zum Beispiel Analysen auf der Basis von Big Data oder digitale Kundenmanagement-Plattformen, eine wichtige Rolle. Physische Dienstleistungen und digitale Angebote stehen außerdem nicht mehr getrennt voneinander, sondern ergänzen sich und werden zu sogenannten „Smart Services“ kombiniert. Neue Geschäftsmodelle, Unternehmenskonzepte und -strategien sind die Zukunft der Dienstleistungswirtschaft. Und wie so oft gilt auch für Sie: Nutzen Sie die Möglichkeiten, die sich im Rahmen digitaler Transformationen auftun, um Ihre Leistungen noch besser auf Kund*innen abzustimmen.

Trends 2021

Wir haben die drei wichtigsten, aktuellen Trends für Sie aufbereitet. Dabei möchten wir anmerken, dass das längst nicht alle zu beachtenden Themen sind, die die Branche dieses Jahr bewegen – jedoch lassen sich alle weiteren zwangsläufig unter den folgenden Megatrends einordnen.

 

#1 Digitalisierung ausbauen

Oft fehlt die Zeit, Prozesse zu digitalisieren und automatisieren. Die Branche arbeitet teilweise noch mit Spreadsheet- und Insellösungen. Mangelnde Transparenz ist die Folge. Machen Sie sich die Digitalisierung zunutze und schöpfen Sie ungenutzte Wachstumspotenziale voll aus. Erhalten Sie intelligente Lösungen für effizientes Datenmanagement, bequeme Online-Terminbuchung, personalisierten Support oder einfach die richtige E-Mail zum richtigen Zeitpunkt. Für Sie heißt das: kein manueller Aufwand, keine Lücken an den Schnittstellen verschiedener Systeme. Dafür CRM-Prozesse, Professional Services Automation und Reportings aus einem Guss.

Das Ziel lautet: Einen ganzheitlichen Blick auf Ihre Kund*innen gewinnen. Mit den richtigen Tools wird diese Mammut-Aufgabe schon bald Realität. Mit einem Customer-Relationship-Management-System (CRM-System) wie Salesforce und dem passenden Digitalisierungspartner haben Sie schon bald eine 360-Grad-Kundenansicht vom ersten Kontakt bis zu offenen Rechnungen, Key Account Management, optimiertes Angebotswesen und -verfolgung, Projektmanagement, Rechnungserstellung und Übertragung und einen vollen finanziellen Überblick mit flexiblen Berichten und Dashboards! Hier erfahren Sie mehr dazu.

 

#2 Big Data & KI

Die rasanten Fortschritte in Schlüsseltechnologien der digitalen Transformation, wie zum Beispiel in der künstlichen Intelligenz und der Analyse großer Datenmengen (Big Data) verlangen von Führungskräften oft eine tiefergehende thematische Auseinandersetzung, um die Möglichkeiten für das eigene Geschäftsmodell im Dienstleistungsbereich zu verstehen.

Was Sie zunächst wissen müssen, ist, dass all diese Technologien das Ziel verfolgen, Ihre Kund*innen noch besser zu verstehen, ihr Verhalten vorherzusagen und ihnen letztlich genau das Angebot zu präsentieren, nachdem sie gesucht haben.

Für viele Dienstleistungsunternehmen unmittelbar anwendbare Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz sind beispielsweise Chatbots, eingesetzt für die häufigsten Interaktionen mit internen und externen Kund*innen oder als intelligente organisationsinterne Suchhilfen über zahlreiche Systeme hinweg. Im Zentrum der Analyse großer Datenmengen stehen zum einen in der Regel das bessere Verständnis des Kundenverhaltens und zum anderen bisher kaum sichtbare Determinanten von Dienstleistungsprozessen.

 

#3 Individualisierte Angebote

Eine hyperpersonalisierte Ansprache Ihrer Kund*innen durch die gerade angesprochenen Daten-Analysen und mithilfe jener Technologien bringt Sie langfristig nach vorne. Denken wir Dienstleistungen mit individualisierten Angeboten zusammen, entsteht ein Megatrend, der auch noch lange in der Zukunft Gesprächsthema sein wird.

Sobald alle Bedürfnisse grundlegend gesättigt sind, wird geschaut, wie man sich von der Menge abheben kann. Das ist die Stunde der individuellen Produkte und Dienstleistungen: Angebote, die perfekt auf Kund*innen zugeschnitten sind. Die entsprechende Bewerbung ist besonders für Ihr Marketingteam wichtig. Digitale Touchpoints folgen dem Anspruch, Kund*innen zur bestmöglichen Zeit und im passenden Kanal genau die Messages zukommen zu lassen, die die gewünschte Aktion auslösen. Diese kann der Kauf eines Produktes oder die Buchung einer Dienstleistung sein. Eine optimierte und personalisierte Customer Journey ist hierfür die Lösung.

 

Möchten Sie noch mehr zu den Chancen und Möglichkeiten der digitalen Transformation in Ihrer Branche erfahren? Hier finden Sie unsere Referenzen und die Möglichkeit zur Vereinbarung eines ersten Kennenlernens.

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